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Historisches

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Das ehemalige Weissenburgbad

Oberhalb von Weissenburg entspringt aus einem Felsenschlund eine bereits um 1600 bekannte Thermalquelle. Der Rat von Bern finanzierte im Jahre 1604 eine Quellfassung, liess ein Badehaus bauen und stellte einen Bademeister ein. In den folgenden Jahren gab es verschiedene Wechsel in der Führung des Bades, bis es 1825 von der Familie Müller käuflich erworben wurde und jahrzehntelang in deren Besitz blieb. In diese Zeit fiel der Ausbau des hinteren Badehauses (1837), das nun Platz für 150 Gäste bot. Als Kurarzt wirkte Dr. Daniel Jonquière, eine bekannte medizinische Kapazität. Um dem Andrang der Heilungssuchenden gerecht zu werden, wurde das vordere Bad- und Kurhaus gebaut und 1857 eröffnet. 1872 ging Weissenburgbad an die Brüder Hauser über, welche eine Modernisierung beider Badehäuser durchführten.


Zwei Jahre nach deren Tod wurde das Unternehmen in eine Thermal- und Luftkurort-Aktiengesellschaft umgewandelt. Nachdem das vordere Badehotel 1898 durch einen Brand zerstört wurde, baute man es unverzüglich wieder auf und Weissenburgbad wurde zum Treffpunkt des Hochadels und der Hochfinanz.
Im Laufe der Jahre ging jedoch trotz erneuter Modernisierung und Investitionen die Zahl der Kurgäste zurück und das Bad wurde während des Ersten Weltkriegs geschlossen. 1926 erweckten es die neuen Besitzer, die neu gegründete Bad Weissenburg AG aus dem Dornröschenschlaf. Als dann die holländische Königin Wilhelmina mit ihrer Tochter dort zur Kur weilte und die Prinzessin sich während des Aufenthalts mit Prinz Bernhard verlobte, zog dies wieder Gäste aus aller Welt an. Der Zweite Weltkrieg machte den Aufschwung zunichte. Das nach dem Krieg als Hotel weitergeführte Weissenburgbad wurde in den sechziger Jahren endgültig geschlossen, verlotterte völlig und brannte 1974 bis auf die Grundmauern nieder.
Anfang der dreissiger Jahre hatte der junge Ingenieur Hans Widmer die Idee, das Wasser der Thermalquelle als Getränk in Flaschen abzufüllen. Er gründete 1935 die Weissenburg-Mineralthermen AG und nahm mit einigen Mitarbeitern und einfachen Hilfsmitteln den Produktionsbetrieb in einem Kellerraum des Kurhauses auf. Der Anfang war schwierig, nicht zuletzt wegen der grossen Konkurrenz. Erstmals in der Schweiz wurde Mineralwasser mit Zitronen- und Orangengeschmack auf den Markt gebracht, mit Erfolg.
Als die holländische Königin sich Mineralwasser aus Weissenburg liefern liess, weil ihr Arzt ihr zu einer Trinkkur geraten hatte, war dies wieder ein wirkungsvoller Werbeeffekt. Im dritten Betriebsjahr fand Hans Widmer in Fritz Wüthrich einen idealen Geschäftspartner. Die beiden bauten das Unternehmen grosszügig aus und liessen in Därstetten einen modernen Abfüllbetrieb erstellen. Schwierigkeiten in der Material- und Maschinenbeschaffung während des Zweiten Weltkriegs und eine verheerende Lawine, die 1942 auf das Gebiet der Quellfassung niederging und dort einen 30 Meter hohen und 200 Meter langen Schuttkegel hinterliess, bereiteten dem Unternehmen Probleme. Ende der sechziger Jahre wurde eine neue Wasserfassung erstellt. Nach dem Krieg begann wieder ein Aufschwung, die Produktionsanlagen wurden ständig modernisiert und die Kapazität der Abfüllanlage gesteigert. 1969 zogen sich die beiden Inhaber aus der Geschäftsleitung zurück und übergaben ihren Nachfolgern ein vorbildlich geführtes und erfolgreiches Unternehmen. 1985 wurde die Weissenburg-Mineralthermen AG und die Brauerei Feldschlösschen zusammengeschlossen.
Verschiedene Faktoren, wie z.B. die Notwendigkeit enormer Investitionen zur Einhaltung der Mineralwasserqualität, führten schliesslich mit der Zeit zur Schliessung des Betriebs.

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